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EZB hebt Zinsen erstmals seit 2023 an – so reagieren EU-Neobank-Zinssätze

Die Europäische Zentralbank hat alle drei ihrer Leitzinsen am 11. Juni 2026 um 25 Basispunkte angehoben – die erste Zinserhöhung seit 2023. Der Einlagenfazilitätszinssatz steigt von 2,00 % auf 2,25 %, gültig ab dem 17. Juni 2026. Die EZB begründete den Schritt mit anhaltender Inflation infolge des Konflikts im Nahen Osten und prognostiziert eine Gesamtinflation von 3,0 % für das Gesamtjahr 2026 – deutlich über dem 2-%-Ziel.

Für Neobank-Kunden in Europa hat die Zinsentscheidung unmittelbare praktische Konsequenzen. Die meisten europäischen Neobanken koppeln ihre Guthabenzinsen an den EZB-Einlagenfazilitätssatz. Wenn die EZB die Zinsen senkt, reduzieren Neobanken ihre Sparzinsen; wenn sie anhebt, geben die am besten positionierten Plattformen die Erhöhung schnell weiter.

Trade Republic orientiert sich direkt am EZB-Einlagenzinssatz. In Deutschland zahlt die Berliner Brokerbank 2,25 % p.a. auf nicht investiertes Guthaben – im Gleichschritt mit dem neuen EZB-Satz, angewandt auf Bestands- und Neukunden, täglich berechnet und monatlich ausgezahlt. Der Zinssatz variiert je nach Markt: In manchen Ländern ist er höher (beispielsweise rund 3,04 % TAE in Spanien), was die jeweiligen lokalen Bedingungen widerspiegelt.

Im Vergleich dazu bietet bunq bis zu rund 2,01 % EUR auf persönliche Ersparnisse (ein Basissatz von 1,51 % zuzüglich eines Bonus, der den Gesamtzins auf bis zu 2,01 % anheben kann). N26 Metal zahlt für neue Konten rund 1,50 %, wobei einige ältere Kontovarianten noch Zinssätze nahe 2,25 % aufweisen.

Das Gesamtbild nach der Erhöhung: Die höchsten weit verfügbaren EU-Neobank-Guthabenzinsen liegen bei rund 2,25 % (Trade Republic), gefolgt von bunq mit ungefähr 2,01 % und N26 Metal mit etwa 1,5 %. Die Abstände sind gering, sodass die praktische Wahl häufig von der Gesamtausstattung des Produkts abhängt und nicht von einigen wenigen Basispunkten.

Die EZB-Prognosen signalisieren ein länger anhaltendes Zinsumfeld, als der Markt eingepreist hatte. Die EZB rechnet nun damit, dass die Gesamtinflation im Jahr 2026 im Durchschnitt 3,0 % beträgt, auf 2,3 % im Jahr 2027 sinkt und bis 2028 auf 2,0 % zurückkehrt. Wenn diese Entwicklung eintritt, könnten Neobanken, die EZB-gekoppelte Renditen anbieten, bis Ende 2026 und bis in das Jahr 2027 hinein wettbewerbsfähige Sparzinsen aufrechterhalten.

Für Verbraucher, die Sparoptionen vergleichen, geht es nicht nur um den Nominalzins, sondern auch um die Auszahlungshäufigkeit (tägliche Verzinsung gegenüber monatlicher Abrechnung) und darum, ob der Zinssatz garantiert oder an ein Finanzinstrument gebunden ist. Der Zinssatz von Trade Republic gilt für nicht investiertes Guthaben in Brokerkonten; der von bunq gilt für Sparkonten unter seiner niederländischen Banklizenz. Beide sind durch das EU-Einlagensicherungssystem mit bis zu 100.000 € abgesichert.

Ein vollständiger Vergleich der EU-Neobank-Sparzinsen nach dem EZB-Beschluss ist verfügbar unter neobanks.guide/Sparkonten-Vergleich.

Quelle: https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2026/html/ecb.mp260611~4d41bd5e83.en.html