Die wichtigste Erkenntnis über US-Neobanken ist, dass sie in zwei strukturell unterschiedliche Kategorien zerfallen, und die Kategorie, in der sich Ihr Anbieter befindet, entscheidet darüber, wie Ihr Geld geschützt ist, falls die Fintech selbst ausfällt. Chartered-Neobanken halten ihre eigene Banklizenz — in der Regel eine nationale Banklizenz, die vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erteilt wird, oder in einigen Fällen eine bundesstaatliche Banklizenz einer Bankenaufsicht wie der New York DFS oder der California DFPI. Partner-Bank-Neobanken (auch Sponsor-Bank- oder BaaS-Modell-Neobanken genannt) halten selbst keine Lizenz; sie agieren als Fintechs, die Kundeneinlagen unter einem Banking-as-a-Service-Vertrag an eine oder mehrere FDIC-versicherte Partnerbanken weiterleiten.
Von den fünf Anbietern in diesem Ranking sind zwei chartered: SoFi erhielt seine OCC-Banklizenz am 18. Januar 2022 durch Übernahme der kleinen kalifornischen Gemeinschaftsbank Golden Pacific Bancorp und Eingliederung deren Geschäft in eine neue Einheit, SoFi Bank, N.A. Varo ging den schwereren Weg — eine 2020 erteilte De-novo-OCC-Lizenz, das erste Mal, dass eine US-Verbraucher-Fintech eine solche erhielt. Beide können FDIC-Schutz direkt auf eigener Bilanz anbieten, mit denselben rechtlichen Mechanismen, die für Chase, Wells Fargo oder jede traditionelle nationale Bank gelten.
Die anderen drei betreiben das Partner-Bank-Modell. Chime leitet Einlagen an The Bancorp Bank, N.A. und Stride Bank, N.A. weiter. Cash App nutzt Sutton Bank als Sponsor für die Debitkarte und Wells Fargo für ACH und Brokerage-Cash. Mercury nutzt Choice Financial, Evolve Bank & Trust und Patriot Bank und legt darüber ein IntraFi-Cash-Sweep-Netzwerk, um den Schutz über die Standardobergrenze von 250.000 USD hinaus auszudehnen.
Im Alltag wirken die beiden Modelle identisch — dieselbe App, dieselbe Debitkarte, dasselbe FDIC- Logo auf der Website. Die Unterschiede zeigen sich an drei Stellen. Erstens, die rechtliche Gegenpartei in Ihrer Kontovereinbarung: Bei SoFi oder Varo ist es die Chartered-Bank selbst; bei Chime oder Cash App ist es die Fintech, wobei die Partnerbank als Einlageninstitut genannt wird. Zweitens, das Ausfallszenario: Sollte SoFi Bank, N.A. ausfallen, würde die FDIC direkt anhand ihrer Aufzeichnungen auszahlen; sollte eine Partner-Bank-Neobank ausfallen, ihre Sponsorbanken aber gesund sein, blieben die Kundengelder bei der Partnerbank und die FDIC müsste gar nicht eingreifen (vorausgesetzt, die Beneficial-Ownership-Aufzeichnungen wurden korrekt geführt — was selbst ein regulierter Prozess nach FDIC Part 370 ist). Drittens, die Aggregationsregel: Die Obergrenze von 250.000 USD gilt pro Einleger pro versicherter Bank, das heißt, wenn Sie Guthaben bei zwei unterschiedlichen Fintechs halten, die sich dieselbe Partnerbank teilen (etwa zwei Bancorp-gesponserte Fintechs), summieren sich die Grenzen zu einer einzigen Obergrenze von 250.000 USD.
Das Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) zieht in seinen verbraucherorientierten Hinweisen keine Unterscheidung zwischen Chartered- und Partner-Bank — es reguliert das Verhalten (Reg E zur Fehlerauflösung, Reg DD zur Sparzinstransparenz, Reg Z zu Kreditoffenlegungen) bei jedem Anbieter gleich. Die Federal Reserve beaufsichtigt Bank-Holdinggesellschaften, lizenziert Verbraucher-Fintechs aber nicht direkt. Die OCC beaufsichtigt nationale Banken, darunter SoFi Bank und Varo Bank. Die FDIC versichert Einlagen bei beiden auf bankspezifischer Basis. Das Ergebnis ist ein Stapel mehrerer Regulierer, in dem Leser davon profitieren zu wissen, welcher Regulierer was tut — eine Realität, die wir uns in jeder Einzelbankbewertung bemühen sichtbar zu machen, statt nur das generische „FDIC-versichert"-Abzeichen zu zeigen.