APAC lässt sich nicht so zusammenfassen wie Europa. Die EU verfügt über eine einzige Lizenz — die Kreditinstitutszulassung nach der Capital Requirements Regulation — die unter einer einheitlichen gesetzlichen Schutzobergrenze (€100.000 DGS) in 24 Mitgliedstaaten passportierbar ist. Im APAC-Raum gibt es nichts Vergleichbares. Jeder Markt in diesem Hub verfügt über ein eigenes Bankengesetz, einen eigenen Regulator und ein eigenes Einlagensicherungssystem. Wer das EU-System kennt, muss den Großteil dieses mentalen Modells verwerfen, bevor er APAC-Inhalte liest.
Singapur, das ausgereifteste Regelwerk, unterteilt digitale Banken im Rahmen des MAS-Digital-Bank-Frameworks in vier Klassen: Digital Full Bank (DFB) für Privat- und Firmenkunden, Digital Wholesale Bank (DWB) ausschließlich für KMU- und Firmenkunden, sowie die Klassen Stored Value Facility (SVF) und Major Payment Institution (MPI) unter dem Payment Services Act. Nur DFBs sind SDIC-geschützt. Die MAS hat bisher exakt vier Digital-Bank-Lizenzen vergeben — GXS und Trust als DFBs, ANEXT und Green Link als DWBs — und das Regelwerk befindet sich weiterhin in der Einführungsphase.
Südkorea arbeitet auf Grundlage des Special Act on Internet-Only Banks (2018), der die Internet-Only Bank (IOB)-Lizenz auf drei Vergaben begrenzt. KakaoBank, K bank und Toss Bank halten diese drei Lizenzen. KakaoBank ist Teil des Kakao-Messenger-Ökosystems; Toss Bank operiert innerhalb von Viva Republica. Das digitale Banking in Korea ist damit eine Chaebol-nahe Super-App-Story, keine eigenständige Fintech-Story.
Die Philippinen sind unter BSP Circular No. 1105 (2020) einen anderen Weg gegangen: Sechs Digital Bank Licences (DBL) wurden vergeben — Tonik, Maya, GoTyme, UnionDigital, Overseas Filipino Bank, UNO — danach wurde das Regelwerk geschlossen. Neue Marktteilnehmer müssen heute eine bestehende DBL erwerben oder den Weg über eine Universal-/Commercial-Bank-Lizenz wählen. Australien verfolgt ein einziges einheitliches Regelwerk: das APRA-Statut der Authorised Deposit-taking Institution (ADI), das Up Bank, ubank und ING ohne Unterklassen besitzen. Japan erlaubt jeder FSA-lizenzierten Bank den rein digitalen Betrieb — PayPay Bank, Rakuten Bank, Sony Bank, SBI Sumishin Net Bank — auf Grundlage des Banking Act, ohne eine spezielle „digitale" Sublizenz.
Indonesien verlangt eine vollständige OJK-Bank-Umum-Lizenz — SeaBank, Jago, Allo und Neo Commerce halten diese. Thailand hat 2024-25 drei Bank of Thailand Virtual Bank-Lizenzen vergeben (SCB-WeBank, KBank-AIS, Ascend Money) zusätzlich zur bestehenden Commercial-Bank-Klasse. Vietnam hat noch kein eigenständiges Digital-Bank-Regelwerk veröffentlicht — Cake by VPBank, Timo und TNEX operieren auf Grundlage von SBV-Partnerbank-Zulassungen. Pakistan ist der jüngste Markteinsteiger: Die SBP hat 2023-24 fünf Digital-Retail-Bank-Lizenzen vergeben (Mashreq, easypaisa, Hugo, KT Bank, Raqami) im Rahmen des neuen Digital Banks Regulatory Framework, zusätzlich zur bestehenden Scheduled-Bank-Klasse.
Die Sicherheitsbewertung einer APAC-Bank beginnt mit dem Lizenzkürzel. Die gesetzliche Schutzklasse ergibt sich direkt daraus — und die Varianz zwischen den Klassen innerhalb eines einzelnen Marktes ist häufig größer als die Varianz zwischen den Märkten.