Das von SoftBank unterstützte Unternehmen Vivid Money zieht sich aus dem Privatkundengeschäft zurück, um sich ganz auf den KMU-Markt zu konzentrieren
Vivid Money, das in Berlin ansässige Fintech-Unternehmen, das vom SoftBank Vision Fund 2 unterstützt wird, gab am 13. März 2025 eine grundlegende strategische Neuausrichtung bekannt: Das Unternehmen werde die Entwicklung seines Privatkundenprodukts einstellen und alle künftigen Investitionen sowie die Produktentwicklung auf den Markt für Geschäftsbankdienstleistungen für KMU und Freiberufler konzentrieren.
Warum Vivid aus dem Privatkundengeschäft ausgestiegen ist
CEO Alexander Emeshev führte dies auf die Unmöglichkeit zurück, im Massenmarkt-Segment für Privatkunden profitabel gegen Revolut und N26 anzutreten, wo beide Konkurrenten über Marketingbudgets in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar und erhebliche Netzwerkeffekte verfügten. Trotz positiver Produktbewertungen und eines innovativen Multi-IBAN-Modells gelang es Vivid nicht, die für ein nachhaltiges Wachstum im Privatkundengeschäft erforderliche Wirtschaftlichkeit bei der Kundenakquise zu erreichen.
Dieser Kurswechsel spiegelte einen breiteren Trend wider: Mehrere europäische Fintech-Unternehmen im Privatkundenbereich (darunter Finom, Moss und andere) begannen 2024–2025, sich auf das KMU-Segment zu verlagern, wo der Umsatz pro Kunde höher und die Wechselkosten größer sind.
Das neue Vivid: KMU-Banking
Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung hat Vivid:
- seine Geschäftskunden-Bankdienstleistungen über Deutschland hinaus auf Frankreich, Spanien, Luxemburg und die Niederlande ausgeweitet
- sich selbst als die „am schnellsten wachsende KMU-Finanzplattform in Deutschland“ bezeichnet
- behielt seine MiFID-II-Lizenz als Wertpapierfirma und seine MiCAR-Krypto-Lizenz für die zukünftige Entwicklung von Produkten für Geschäftskunden
Was passiert mit Privatkunden
Bestehende Vivid-Privatkunden wurden nicht gezwungen, ihre Konten zu schließen. Das Unternehmen erklärte, dass alle aktuellen Privatkundendienste weiterhin zugänglich bleiben würden. Es würde jedoch keine Entwicklung neuer Privatkundenprodukte mehr stattfinden – was bedeutet, dass die Verbraucher-App praktisch im Wartungsmodus verbleibt, während alle neuen Investitionen in die Funktionen für Geschäftskunden fließen.
Auswirkungen auf diese Website: Angesichts des strategischen Rückzugs von Vivid aus dem Privatkundengeschäft wird das Unternehmen in unseren Vergleichsrankings für private Anwendungsfälle geringer gewichtet. Für EU-Bürger, die eine Neobank für Privatkunden suchen, bleiben Revolut, N26 und bunq die besseren Optionen.