Revoluts vollwertige britische Banklizenz ist jetzt aktiv: Was das für Kunden bedeutet
Revolut wurde am 11. März 2026 zu einer voll zugelassenen britischen Bank, als die Prudential Regulation Authority (PRA) und die Financial Conduct Authority (FCA) alle verbliebenen Beschränkungen für die Revolut Bank UK Ltd aufhoben. Nach einem dreijährigen Antragsverfahren — einem der am genauesten beobachteten in der Geschichte des britischen Fintech-Sektors — markiert die Lizenz einen Wendepunkt für die 2015 gestartete Neobank.
Die unmittelbarste Veränderung für britische Kunden ist der Einlagenschutz. Förderfähige Guthaben sind nun über das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) mit bis zu 120.000 £ pro Person abgesichert — das Doppelte der früheren Standardgrenze von 85.000 £, da die Revolut Bank UK Ltd und die Revolut Ltd als getrennte Einheiten behandelt werden. Vor der Banklizenz verwahrte Revolut Kundengelder in geschützten Konten bei Drittbanken; nun werden die Einlagen direkt in Revoluts eigener Bilanz gehalten und durch das gesetzliche Sicherungsnetz des Vereinigten Königreichs geschützt.
Revolut erklärt, bestehende britische Kunden in den kommenden Monaten schrittweise auf die neuen Bankkonten zu migrieren und vollwertige Girokontoprodukte — darunter Konsumkredite und schließlich auch Hypotheken — an förderfähige Kunden auszurollen, während das Unternehmen seine Bilanz skaliert. Der Rhythmus des Onboardings ist bewusst gestaffelt, um den frisch lizenzierten Betrieb nicht zu überlasten.
Für EU-Kunden bleibt das Bild unverändert: Die Revolut Bank UAB, die in Litauen lizenzierte und von der EZB sowie der litauischen Zentralbank beaufsichtigte Einheit, bedient weiterhin EWR-Kontoinhaber mit einer EU-Einlagensicherung (DGS) von 100.000 €. Die britische Lizenz ist separat und erstreckt sich nicht auf in der EU ansässige Kunden.
Die Lizenz ebnet zudem den Weg für Revoluts lang erwarteten Börsengang, der laut CEO Nik Storonsky noch mindestens zwei Jahre entfernt ist. In der Zwischenzeit meldete das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 6 Milliarden US-Dollar (ein Plus von 50 % gegenüber dem Vorjahr) und einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden US-Dollar, womit es zu einem der profitabelsten Fintech-Unternehmen der Welt zählt.
Was das für Nutzer bedeutet: Britische Kunden genießen endlich denselben gesetzlichen Einlagenschutz wie traditionelle Filialbanken — eine lange bestehende Lücke, die viele davon abhielt, Revolut als Hauptkonto zu nutzen. Der Zeitplan der Migration ist die entscheidende Unbekannte, die es im Auge zu behalten gilt.