Qonto beantragt bei der ACPR eine französische Banklizenz, nachdem das Unternehmen die Marke von 600.000 Geschäftskunden überschritten hat
Qonto, Europas führende B2B-Neobank für KMU und Freiberufler, gab am 2. Juli 2025 bekannt, dass sie bei der französischen Autorité de Contrôle Prudentiel et de Résolution (ACPR) einen Antrag auf eine Vollbanklizenz gestellt habe, und teilte gleichzeitig mit, dass sie europaweit die Marke von 600.000 Geschäftskunden überschritten habe.
Aktueller vs. angestrebter regulatorischer Status
| Status | Aktuell | Nach der Lizenzerteilung (Ziel) |
|---|---|---|
| Lizenztyp | Zahlungsinstitut (2018) | Vollständige Banklizenz |
| Kann Einlagen entgegennehmen | ❌ Nein (Durchlaufgeschäft) | ✅ Ja |
| Darlehen anbieten | ❌ Nein | ✅ Ja |
| Einlagensicherung | ❌ Keine Einlagensicherung | ✅ Durch Einlagensicherung geschützt |
| Zinsen auf Guthaben | ❌ Nein | ✅ Ja |
Was eine Banklizenz ermöglichen würde
Eine vollständige Banklizenz der ACPR würde das Geschäftsmodell von Qonto grundlegend verändern:
- Nutzung von Kundeneinlagen zur Finanzierung von Kreditprodukten für KMU
- Direktes Angebot von Geschäftskrediten, Überziehungskrediten und Betriebsmittelkrediten
- Bereitstellung verzinslicher Geschäftskonten
- Direkter Zugang zu den Zahlungssystemen der EZB (TARGET2)
Zeitplan
CEO Alexandre Prot wies darauf hin, dass das Verfahren zur Erlangung einer französischen Banklizenz mehrere Jahre dauern könnte – eine realistische Einschätzung angesichts des gründlichen Bewertungsprozesses der ACPR und der Notwendigkeit für Qonto, seine Kapital-, Governance- und Risikomanagement-Rahmenbedingungen auf Bankenniveau auszubauen.
Hinweis: Revolut kündigte im Mai 2025 ebenfalls die Beantragung einer eigenen ACPR-Banklizenz an. Beide Anträge laufen parallel – Qonto für seine bestehenden Geschäftsaktivitäten, Revolut für seinen neuen Hauptsitz in Paris.