Was „Finom“ im Jahr 2026 ist

Finom ist eine Neobank für KMU in der EU, die speziell für Einzelunternehmer, Freiberufler und kleine Teams in fünf EU-Märkten entwickelt wurde. Gegründet 2019, mit Hauptsitz in Amsterdam, unterstützt durch Eigenkapitalfinanzierungen in Höhe von ca. 150 Mio. USD in mehreren Finanzierungsrunden (General Catalyst, Cogito Capital, Northzone). Kundenstamm von über 100.000 Geschäftskonten (Stand 2026), der sich stark auf deutsche Freiberufler und grenzüberschreitend tätige KMU in der EU konzentriert.

Produktangebot: Länderovergreifendes Geschäftskonto mit lokalen IBANs in DE / NL / FR / IT / ES im Rahmen des „PSD2“-Passports der niederländischen Muttergesellschaft „EMI“. Integrierte Mehrwertsteuerabrechnung mit länderspezifischer Steuerabwicklung. Native Integrationen zu DATEV und Lexoffice (den deutschen Standards für Buchhaltungssoftware) sowie zu Xero und QuickBooks Online. Mehrbenutzerrollen in den Tarifen „Premium“ und „Corporate“; Ausgabe von Multi-IBANs im Tarif „Corporate“.

Strukturell ein „EMI“, keine Bank. Gelder sind gemäß den Vorschriften der „DNB“ abgesichert – NICHT durch die EU-Einlagensicherung mit einer Obergrenze von 100.000 €. Dieser Unterschied ist relevant, sobald Guthaben 100.000 € übersteigen.

Auf einen Blick

Für wen Finom geeignet ist: In der EU ansässige Einzelunternehmer, Freiberufler und kleine Unternehmen, die in einem oder mehreren der Länder DE / NL / FR / IT / ES tätig sind. Am besten geeignet ist ein deutscher Freiberufler (Einzelunternehmen), der einen durch Steuerberater vermittelten Buchhaltungsworkflow nutzt – die Integrationstiefe von DATEV + Lexoffice ist für diese Betriebsform wesentlich besser als die von Wise Business oder Revolut Business. Auch französische Auto-Entrepreneurs und italienische „Ditta Individuale“ kommen schnell zurecht.

Für wen Finom nicht geeignet ist: Unternehmen mit Guthaben über 100.000 €, die eine Einlagensicherung gemäß DGS benötigen (die französische Kreditinstitutslizenz von Qonto ist die strukturelle Alternative); britische Unternehmen (die Präsenz von Finom im Vereinigten Königreich ist nach dem Brexit eingeschränkt); Unternehmen, die native Mehrwährungs-Geschäftskonten benötigen, die über EUR hinausgehen (Wise Business oder Airwallex sind besser geeignet); sowie Unternehmen, die Betriebsmittelkredite oder Kreditlinienprodukte benötigen (Finom bietet diese nicht an).

Sicherheit in einem Satz: Finom Payments B.V. ist von der De Nederlandsche Bank als Zahlungsdienstleister (EMI) lizenziert (DNB); Kundengelder werden auf getrennten Konten bei Kreditinstituten verwahrt und sind NICHT durch die Einlagensicherung der EU für Zahlungsdienstleister abgedeckt.

Bankenstruktur & Schutz durch EMI

Zunächst zur strukturellen Frage: Finom Payments B.V. ist ein in den Niederlanden eingetragenes Unternehmen, das von der De Nederlandsche Bank (DNB) als E-Geld-Institut im Rahmen des PSD2-Rahmenwerks zugelassen ist. Es handelt sich nicht um eine zugelassene Bank, sie verfügt nicht über eine Kreditinstitutslizenz und ist nicht berechtigt, Einlagen im Sinne der EU-Vorschriften entgegenzunehmen. Sie ist in allen EU-Mitgliedstaaten im Rahmen des PSD2-Passes tätig; die niederländische EMI-Lizenz gilt europaweit.

Das Kundenschutzsystem nach den Vorschriften der „EMI“ ist eine Absicherung, keine Einlagensicherung. Kundengelder werden auf getrennten Konten bei Kreditinstituten gehalten, sind von der eigenen Bilanz von Finom abgeschirmt und laufen auf den Namen des Kunden (oder im Rahmen einer FBO-Vereinbarung). Im Falle einer Insolvenz von Finom würden die geschützten Guthaben im Rahmen einer von der DNB beaufsichtigten Abwicklung an die Kunden zurückgezahlt. Dies unterscheidet sich wesentlich von einer durch die DGS geschützten Einlage bei einer zugelassenen Bank: DGS zahlt innerhalb einer gesetzlichen Frist (in der Regel 7–10 Werktage) bis zu 100.000 € pro Einleger und Bank aus; die Absicherung durch EMI hat keine gesetzliche Auszahlungsfrist und hängt vom Zeitplan der Abwicklung ab.

Der Vergleich mit Qonto ist wichtig, da es sich um direkte Konkurrenten in benachbarten Segmenten handelt. Qonto verfügt über eine französische Kreditinstitutslizenz gemäß ACPR – Kundeneinlagen bei Qonto sind durch DGS bis zu 100.000 € geschützt. Finom verfügt über eine niederländische EMI-Lizenz – Kundengelder bei Finom sind gesichert, jedoch nicht durch DGS versichert. Für Betreiber oberhalb der Schwelle von 100.000 € ist dies der entscheidende strukturelle Faktor. Für Betreiber unterhalb dieser Schwelle überwiegen der Preisvorteil von Finom und die Tiefe des Angebots für Einzelunternehmer oft den Unterschied in der Lizenzklasse.

Die Gebührenordnung

PostenSolo (kostenlos)Start (7 €)Premium (25 €)Unternehmenskonto (49 €)
Monatliche Gebühr0 €7 €2549
Kostenlose Überweisungen über „SEPA“ pro Monat350200Unbegrenzt
Pro Überweisung über das Kontingent hinaus0,20 €0,200,10
SEPA-SofortüberweisungVerfügbarVerfügbarVerfügbarVerfügbar
Cashback auf Kartenumsätze1 %1,5 %2
Rollen für mehrere Benutzer
Länderübergreifende IBAN
DATEV-/Lexoffice-Integration

Die Preisgestaltung spricht für „Solo“ bei sehr geringem Überweisungsvolumen (unter 3 Überweisungen pro Monat), für „Start“ bei mittlerem Überweisungsvolumen (5–50 pro Monat), für „Premium“ an dem Punkt, an dem die Integration von „DATEV“ und „Lexoffice“ wichtiger ist als die monatliche Gebühr von 25 €, und für „Corporate“ bei länderübergreifend tätigen Unternehmen. Der Karten-Cashback summiert sich in den höheren Stufen – für Unternehmen mit monatlichen Kartenausgaben von über 5.000 € gleicht der Cashback bei „Premium“ und „Corporate“ einen wesentlichen Teil der Abonnementkosten aus.

Praktische Hinweise

Die Registrierung für Einzelunternehmer erfolgt in der Regel noch am selben Tag: nationale Steuernummer (Steuernummer / SIRET / P.IVA / KvK / NIF), Identitätsprüfung (Reisepass oder Personalausweis) und Selfie-basierte Lebendigkeitsprüfung. Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH / SARL / SRL / BV / SL) dauert die Registrierung 1–3 Werktage, wobei zusätzliche Unterlagen (Gesellschafterverzeichnis, Offenlegung der wirtschaftlichen Eigentümer) erforderlich sind.

Die Produkt-UX ist mobiloptimiert und deutlich schlanker als Qonto auf der Solo-/Freelancer-Ebene – die Rechnungsstellung ist schnell, die Mehrwertsteuerabwicklung erfolgt automatisch pro Land, und die Integration zu Lexoffice / DATEV für deutsche Nutzer reduziert die Reibungsverluste bei der Übergabe an Steuerberater erheblich. Mehrwährungsguthaben werden nicht nativ unterstützt – für Forderungen außerhalb der Eurozone (EUR) leitet Finom die Zahlungen nach Möglichkeit über SEPA weiter und für Nicht-EU-Korridore über SWIFT, wobei die Wechselkursmarge bei der Umrechnung etwa 0,5–0,7 % beträgt.

Reibungspunkte: Die Gebühren pro Überweisung bei den Tarifen „Solo“ und „Start“ summieren sich schneller, als es die Werbung vermuten lässt; überprüfen Sie Ihre monatliche Überweisungsanzahl genau, bevor Sie sich für den günstigeren Tarif entscheiden. Der Kundensupport erfolgt per In-App-Chat und E-Mail – die Qualität variiert je nach Region (der deutsche Support ist gut, in kleineren Märkten schwankend). Kreditlinien für Betriebskapital und Kreditprodukte fehlen; Betreiber, die diese benötigen, müssen eine separate Kreditbeziehung bei Penta oder Qonto Credit aufbauen.

Plan- und Tarifvergleich

Vier Tarife. „Solo“ für Einzelunternehmer mit sehr geringem Überweisungsvolumen. „Start“ für Freiberufler und Nebengewerbe mit mäßigem Volumen. „Premium“ für alle Nutzer, die eine Integration mit DATEV/Lexoffice oder Mehrbenutzerrollen wünschen. „Corporate“ für EU-weit tätige Unternehmen, die IBANs für mehrere Länder benötigen.

FunktionenSoloStartPremiumCorporate
Monatlich07 €25 €49
Kostenlos SEPA3/Monat50/Monat200/MonatUnbegrenzt
Cashback1 %1,5 %2
Mehrbenutzer
Mehrere IBANs
DATEV / Lexoffice
Xero / QBO-SynchronisierungBasicBasisVollVoll

Hinweise

EMI, keine Bank – keine Einlagensicherung (DGS). Kundengelder werden gemäß den Vorschriften der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (DNB) auf getrennten Konten bei Kreditinstituten gesichert, NICHT durch die Einlagensicherung (DGS) mit einer Obergrenze von 100.000 €. Bei Guthaben über 100.000 € spielt der Unterschied in der Lizenzklasse gegenüber der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Qonto) eine Rolle.

Die Gebühren pro Überweisung summieren sich. Die Tarife „Solo“ und „Start“ berechnen 0,20 € pro SEPA, die über das kostenlose Kontingent hinausgehen. Für einen Betreiber mit 30–40 SEPA pro Monat im „Solo“-Tarif können die Gebühren pro Überweisung innerhalb weniger Monate die Kosten des „Start“-Abonnements übersteigen. Rechnen Sie anhand des tatsächlichen Überweisungsvolumens nach, bevor Sie sich für den günstigeren Tarif entscheiden.

Betriebskonto nur in EUR. Keine nativen Mehrwährungsguthaben über EUR hinaus. Für Forderungen in anderen Währungen bieten Wise Business oder Airwallex bessere Wechselkurskosten; Finom leitet über SEPA + SWIFT mit einer Wechselkursmarge von 0,5–0,7 % weiter.

Keine Kreditvergabe oder Kreditlinien. Betriebsmittelkreditlinien und Merchant-Cash-Advance-Produkte fehlen. Betreiber, die diese Funktionen benötigen, sollten Qonto Credit oder Kreditbeziehungen mit Partnerbanken separat prüfen.

Begrenzte Präsenz in Großbritannien nach dem Brexit. Die Präsenz von Finom in Großbritannien ist deutlich geringer als in der EU; britische KMU sollten stattdessen Tide, Anna oder Starling Business in Betracht ziehen.

Finom vs. Qonto vs. Wise Geschäft

Finom vs. Qonto. Qonto ist gemessen an Umsatz und Kundenzahl Marktführer für KMU in der EU und verfügt über eine französische Kreditinstitutslizenz (ACPR) – Kundeneinlagen sind bis zu 100.000 € durch die DGS geschützt. Finom ist von der EMI lizenziert (DNB) – Gelder sind gesichert, aber nicht durch die DGS versichert. Bei Guthaben deutlich unter 100.000 € überwiegen die Preisvorteile von Finom und die Tiefe des Angebots für Einzelunternehmer (DE / NL / FR / IT / ES) oft die Lücke bei der Lizenz. Oberhalb von 100.000 € ist der Vorteil der Lizenzklasse von Qonto der entscheidende Faktor.

Finom vs. Wise Business. Wise Business ist die native Multi-Währungsplattform – lokale Konten in über 10 Währungen, die besten Wechselkurse in der KMU-Kategorie. Wise ist EMI-lizenziert in mehreren Rechtsräumen, wie Finom. Der strukturelle Unterschied: Finom ist für KMU mit Sitz in der EU konzipiert, mit einer auf EUR ausgerichteten Betriebsstruktur und der Ausgabe lokaler IBAN in fünf Märkten; Wise ist für grenzüberschreitend tätige KMU konzipiert, die den Empfang von Zahlungen in mehreren Währungen und Devisengeschäfte benötigen. Für einen deutschen Freiberufler, der von deutschen Kunden in EUR bezahlt wird: Finom; für einen deutschen Freiberufler, der von internationalen Kunden in USD oder GBP bezahlt wird: Wise.

FAQ

Ist Finom eine Bank?
Nein. Finom Payments B.V. ist von der De Nederlandsche Bank (DNB) als E-Geld-Institut (EMI) zugelassen. Es handelt sich nicht um eine Einlagenbank – Kundengelder sind gesichert, aber nicht durch die Einlagensicherung (DGS) versichert.
Sind Einlagen bei Finom bis zu 100.000 € geschützt?
Nein. Die Einlagensicherung von EMI verwahrt Kundengelder auf getrennten Konten bei Kreditinstituten, bietet jedoch keine Deckung durch den Einlagensicherungsfonds (DGS). Die Einlagensicherung in Höhe von 100.000 € gilt nur für zugelassene Kreditinstitute – Qonto beispielsweise ist aufgrund seiner französischen Lizenz gemäß dem Gesetz über den Finanzmarkt (ACPR) qualifiziert.
Welche Länder bedient Finom?
Deutschland, Niederlande, Frankreich, Italien, Spanien – jeweils mit lokalen IBANs. EU-weit tätige Unternehmen erhalten auf der Corporate-Ebene eine Plattform mit länderübergreifender Ausgabe von „IBAN“.
Wie schneidet Finom im Vergleich zu Qonto ab?
Qonto ist größer (Marktführer im Bereich KMU in der EU) und verfügt über eine französische Kreditinstitutslizenz (DGS-Deckung bis zu 100.000 €). Finom ist nach der Richtlinie „EMI“ lizenziert (keine „DGS“), bietet Preisvorteile in den unteren Stufen und eine bessere Benutzererfahrung für Einzelunternehmer in DE / NL / FR / IT / ES.
Lässt sich Finom mit DATEV und Lexoffice integrieren?
Ja – beide sind erstklassige Integrationen in den Tarifen „Premium“ und „Corporate“. DATEV ist der führende deutsche Steuerberater-Standard, und die Tiefe der Integration ist eine der strukturellen Stärken von Finom für deutsche KMUs.
Kann ich als Einzelunternehmer ein Finom-Konto eröffnen?
Ja – die Solo-Stufe ist kostenlos und richtet sich ausdrücklich an Einzelunternehmer in DE (Einzelunternehmen), FR (auto-entrepreneur), IT (Ditta Individuale), NL (Eenmanszaak) und ES (Autónomo). EU-Wohnsitz erforderlich.
Was sind die strukturellen Einschränkungen?
Keine Deckung durch die DGS (nur Schutz durch die EMI), Gebühren pro Überweisung in den unteren Tarifen, ausschließlich EUR-Geschäftskonto, keine Kreditprodukte, begrenzte Präsenz im Vereinigten Königreich.

Für wen ist „Finom“ geeignet?

Nutzen Sie Finom, wenn Sie ein in der EU ansässiger Einzelunternehmer, Freiberufler oder ein kleines Team in DE / NL / FR / IT / ES sind – insbesondere als deutscher Freiberufler, der einen von Steuerberater vermittelten Buchhaltungsworkflow nutzt, bei dem die Integration von DATEV und Lexoffice der entscheidende Faktor ist. EU-weite KMUs, die lokale IBANs in mehreren Ländern benötigen, erhalten die länderübergreifende „IBAN“-Vergabe auf der Corporate-Stufe. Betreiber mit Guthaben deutlich unter 100.000 € profitieren vom Preisvorteil gegenüber Qonto, ohne den Kompromiss bei der Lizenzklasse eingehen zu müssen.

Nutzen Sie Qonto, wenn Sie eine Einlagensicherung der „DGS“ (für Guthaben über 100.000 €) benötigen, wenn eine Marktpräsenz in Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, Belgien, Österreich, Portugal oder den Niederlanden auf dem Niveau eines EU-Marktführers wichtig ist oder wenn Betriebsmittelkredite (Qonto Credit) Teil des strukturellen Bedarfs sind. Nutzen Sie Wise Business, wenn Sie wesentliche Einnahmen außerhalb der „EUR“ erzielen und die Wechselkurskosten der entscheidende Faktor sind. Nutzen Sie Tide / Starling Business, wenn Sie in Großbritannien ansässig sind. Nutzen Sie Holvi, wenn Sie finnisch sind.

Referenzen

Liste der Primärquellen, mit Erfassungsdatum 2026-05-14. Die Preise, der Lizenzumfang und die Länderabdeckung von Finom ändern sich von Quartal zu Quartal; überprüfen Sie diese zum Zeitpunkt der Entscheidung anhand der Quell-URLs.

Risikohinweis EU-Verbraucherfinanz-Hinweis

Der Wert von Anlagen und die daraus erzielten Erträge können sowohl steigen als auch fallen. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Kryptowerte sind in den meisten EU-Mitgliedstaaten nicht reguliert und nicht durch Einlagensicherungssysteme gedeckt. Lesen Sie stets den Risikohinweis des Anbieters vor einer Anlage.

Premium plans

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