Dies ist die am häufigsten falsch interpretierte Tatsache in der Kategorie der US-Firmenkreditkarten: Ramp, Brex, Rho und Airbase sind keine zugelassenen Banken. Die von ihnen ausgegebenen Karten sind Charge Cards – Kreditinstrumente, die in jedem Abrechnungszeitraum vollständig beglichen werden – und keine Einlagenkonten. Das Rahmenwerk des „FDIC“ gilt für die Kreditlinien der Charge Cards bei keinem der vier Anbieter. In der Presseberichterstattung und bei Vergleichen mit Wettbewerbern wird diese strukturelle Unterscheidung regelmäßig verwischt; die Folge sind falsch dimensionierte Treasury-Richtlinien und unversicherte Betriebsmittelrisiken.
Die vier Plattformen arbeiten jeweils im Rahmen von Partnerbankvereinbarungen mit unterschiedlichen Sponsor-Banken. Die „Ramp Card“ wird von der Sutton Bank (staatlich zugelassen in Ohio, Member FDIC) unter der Schirmherrschaft von „Visa USA Inc.“ ausgegeben. Die „Brex Card“ wird von Sponsor-Banken wie Column N.A. und JPMorgan ausgegeben. Die „Rho Corporate Card“ wird über die Webster Bank, N.A. (staatlich zugelassen in Connecticut, Member FDIC) ausgegeben. Die Sponsorbanken selbst sind Mitgliedsinstitute der „FDIC“, doch der Schutz durch die „FDIC“ gilt für die Einleger der Sponsorbanken – nicht für die Karteninhaber. Ein Charge-Card-Saldo ist eine Verbindlichkeit des Karteninhabers, keine versicherte Einlage des Karteninhabers.
Zwei der drei bestplatzierten Plattformen – Brex und Rho – verkaufen neben ihren Firmenkreditkarten separate, von der „FDIC“ versicherte Einlagenprodukte (Brex Cash über Choice / Lead / Citi Sweep, Rho Banking über Webster Bank mit 75 Mio. $ Sweep). Bei diesen Einlagenprodukten handelt es sich um echte Pass-Through-Konten von Partnerbanken FDIC, die sich strukturell von den Karten selbst unterscheiden. Ramp Business Account ist das Äquivalent bei Ramp, befindet sich jedoch in der Beta-Phase und wird ab 2026 nur begrenzt eingeführt. Für eine Betriebsmittel-Einlagenbeziehung nutzen Sie das zugehörige Einlagenprodukt (Brex Cash, Rho Banking) oder eine separate Einlagenbankbeziehung (Mercury, Bluevine, eine zugelassene Bank) – nicht die Firmenkartenlinie.